Gesprächsstoff - Berner Podcast von BZ und Der Bund

Verkehrssünden, Diebstähle, Drogen: Eine Woche am Berner Gericht

Episode Summary

Abseits der grossen True-Crime-Fälle sass unser Reporter eine Woche im Berner Amthaus. Wie unterschiedlich Angeklagte reagieren und welche vermeintlich kleinen Delikte verhandelt werden.

Episode Notes

Eine Frau um die 30, die 44-mal in flagranti beim Stehlen erwischt wurde rund um den Bahnhof. Ein Mann, der innerorts mit 81 Kilometern pro Stunde in eine Radarfalle getappt war und behauptet, sein Cousin sei am Steuer gesessen. Ein 32-Jähriger, der trotz Landesverweis wieder in die Schweiz eingereist ist – mit gefälschten Papieren.

Meistens geht es vor den Gerichten im Kanton Bern nicht um Mord und Totschlag oder die ganz grossen True-Crime-Fälle, sondern um die vermeintlich kleinen Konflikte mit dem Gesetz: um Verkehrsdelikte, Diebstähle oder Drogen.

6’551 Strafprozesse haben letztes Jahr an den Berner Gerichten stattgefunden. Sie bilden den Schlusspunkt von Strafverfahren, die oft lang, manchmal sehr lang dauern. Und es werden in der Tendenz immer mehr.

Wie sieht der Justizalltag abseits der grossen Kriminalfälle überhaupt aus? Was sind das für Menschen, die sich wegen solcher unscheinbaren Delikte vor dem Gesetz verantworten müssen? Was erzählen diese einzelnen Geschichten über unsere Gesellschaft und unser Rechtssystem? Wie konnte es so weit kommen, dass die Gerichte der Flut an Fällen kaum noch hinterherkommen?

Diesen Fragen ist Cedric Fröhlich nachgegangen, Justizreporter beim Ressort Bern. Er hat eine Woche im Berner Amtshaus verbracht. In einer neuen Folge von «Gesprächsstoff», dem Podcast von Bund und Berner Zeitung erzählt er von den drei Fällen, bei denen er im Gerichtssaal sass. Und wie unterschiedlich Menschen damit umgehen, wenn ihnen etwas vorgeworfen wird.

Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann

Gast: Cedric Fröhlich

Redaktionelle Mitarbeit: Jessica King

Sprecherin: Jacky Wechsler

Artikel zur Berner Justiz am Anschlag: