Trotz Verurteilung in den 70er-Jahren ging der Missbrauch durch den Sektenführer jahrelang weiter. Das enthüllt ein neuer Dokfilm. Was sagen die Glaubensgemeinschaft und die Gemeinde dazu?
Paul Baumann, besser bekannt als «Vatti», hat in den 1950er-Jahren in der Gemeinde Linden im Berner Mittelland die christliche Vereinigung Methernitha gegründet und dort jahrelang zahlreiche junge Mädchen missbraucht.
Dafür wurde er 1974 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Doch auch nach seiner Entlassung machte er unbehelligt weiter – so lange, bis er körperlich und altershalber keine Bedürfnisse mehr hatte. 2011 starb Paul Baumann mit 93 Jahren.
Warum konnte der Sektenführer einfach so mit seinen Gräueltaten weitermachen? Was ist das überhaupt für eine religiöse Vereinigung, die immer noch existiert? Und was sagt die Gemeinde Linden heute dazu?
Darüber spricht Benjamin Lauener, Redaktor aus dem Ressort Region, in einer neuen Folge vom Podcast «Gesprächsstoff». Er hat sich für seine Recherche zum Missbrauchsskandal der Methernitha-Sekte tief ins Zeitungsarchiv vergaben und mit dem heutigen Dorfpfarrer von Linden gesprochen.
Ausgangspunkt war die neue vierteilige Dokumentar-Serie «Der Engelmacher» von Regisseurin Marina Klauser. Sie hat mit ihrer vierjährigen Recherchearbeit die Fortsetzung des Missbrauchs ans Tageslicht gebracht. Die Serie von Tellfilm entstand in Zusammenarbeit mit der SRG und 3SatSchweiz.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann
Gast: Benjamin Lauener
Redaktionelle Mitarbeit: Jessica King
O-Töne Betroffene: «Der Engelmacher»
Artikel zum Missbrauchsskandal