Im Mai 2013 eskalierte in Bern die Partydemo «Tanz dich frei» komplett. Warum die Polizei nicht früher eingriff und was heute noch vom «Tanz dich frei»-Geist im Berner Nachtleben übrig ist.
Über 10’000 Menschen zogen am 25. Mai 2013 bei «Tanz dich frei» durch die Berner Innenstadt und demonstrierten für mehr Freiräume und ein lebendiges Nachtleben. Bis kurz vor Mitternacht blieb die unbewilligte Kundgebung friedlich.
Dann durchbrachen rund 70 vermummte Chaoten an der Spitze des Demozugs die Absperrung zum Bundeshaus und bewarfen die Polizei mit Absperrgittern, Pflastersteinen und Signalraketen.
Als auch der zweite Aufruf ins Leere lief, antwortete die Polizei mit Gummischrot, Tränengas und einem Wasserwerfer. Bis in die frühen Morgenstunden lieferten sich die Polizei und die Randalierer in der Innenstadt regelrechte Strassenschlachten.
Die Schadensbilanz am nächsten Tag: eingeschlagene Scheiben, geplünderte Schaufenster, kaum eine Fassade, die nicht besprayt war, 61 Festnahmen und über 50 Verletzte. Insgesamt haben die Ausschreitungen die Stadt Bern über 2 Millionen Franken gekostet.
Was für eine kulturpolitische Stimmung herrschte damals in der Stadt Bern, dass es so weit kommen konnte? Warum hat die Polizei die unbewilligte Partydemo nicht von Anfang an verhindert? Was hatte das Ganze für Folgen? Und wie viel vom «Tanz dich frei»-Geist ist heute noch im Nachtleben von Bern vorhanden?
Darüber spricht Politikredaktor Christoph Hämmann aus dem Ressort Bern. Er hat bereits 2013 für die «Berner Zeitung» geschrieben und war in jener Nacht als Reporter unterwegs. Auch zu Wort kommen in dieser Folge Reto Nause, der damalige Sicherheitsdirektor der Stadt Bern, und der Berner FDP-Politiker und damalige Präsident des Vereins Nachtleben Bern Tom Berger.
Produktion und Moderation: Sibylle Hartmann
Gast: Christoph Hämmann
Artikel zum Tanz dich frei 2013